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Büro f. Betriebsberatung & Controlling
Enrico Gieselberg

Zum Erzengel Michael 24
D-01723 Mohorn

Tel.: +49 35209 22001
Fax: +49 35209 22003

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     Produktivität ist Ihre -

                   Buchhaltung* ist unsere Sache!

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… sind wir spezialisiert auf das Buchen laufender Geschäfstvorfälle Ihrer Finanzbuchhaltung und auf die Erstellung der laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnung. Unsere Tätigkeit erfordert ein hohes Fachwissen an steuerlichen Kenntnissen, die durch permanente Fortbildung ergänzt werden. Wir benutzen moderne Informationstechnologie, Kompetent und zuverläsig bieten wir Ihnen maßgeschneiderte Beratung.

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Mitglied des Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller

Mitglied des IBWF – Institut f. Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und – forschung

Software für Buchhalter

* Unsere Dienstleistungen im Bereich Finanzbuchhaltung/Buchhaltung umfassen ausschließlich die nach Steuerberatergesetz §6 Nr. 3/4 StGB zugelassenen Arbeiten (Buchen lfd. Geschäfstvorfälle)!

Unter Sponsoring wird üblicherweise die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen verstanden, mit der regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden.

Leistungen eines Sponsors beruhen häufig auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Sponsor und dem Empfänger der Leistungen (Sponsoring-Vertrag), in dem Art und Umfang der Leistungen des Sponsors und des Empfängers geregelt sind.

ERTRAGSTEUERLICHE BEHANDLUNG

Die ertragsteuerrechtliche Behandlung des Sponsoring regelt das BMF-Schreiben vom 18.02.1998 IV B 2 – S 2144-40/98/IV B 7 – S 0183-62/98, BStBl 1998 I S. 212.

Mit dem Sponsoring werden regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt.

QUALITÄT DER AUFWENDUNGEN

Die im Zusammenhang mit dem Sponsoring gemachten Aufwendungen können entweder

  • Betriebsausgaben, § 4 Abs. 4 EStG,
  • Spenden, § 10b EStG oder
  • Kosten der Lebensführung, § 12 EStG, sein.
UMSATZSTEUERLICHE BEHANDLUNG

Zahlungen im Rahmen des Sponsoring sind Entgelt für steuerpflichtige Leistungen an den Sponsor, § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, wenn nach dem jeweiligen Sponsoring-Vertrag konkrete Leistungen (z.B. Banden- oder Trikotwerbung, Anzeigen, Vorhalten von Werbedrucken, Lautsprecherdurchsagen, Überlassung von Eintrittskarten, usw.) vereinbart sind.

Diese Leistungen unterliegen auch bei steuerbegünstigten Einrichtungen dem allgemeinen Steuersatz, da es sich um Umsätze im Rahmen eines steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs handelt, § 12 Abs. 1 und 2 Nr. 8 Buchstabe a Satz 1 UStG.

Kein Leistungsaustausch liegt vor, wenn der Empfänger von Zuwendungen aus einem Sponsoring-Vertrag auf Plakaten, in Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf seiner Internetseite oder in anderer Weise auf die Unterstützung durch den Sponsor lediglich hinweist. Dieser Hinweis kann unter Verwendung des Namens, Emblems oder Logos des Sponsors, jedoch ohne besondere Hervorhebung oder Verlinkung zu dessen Internetseiten, erfolgen, Abschn. 1.1 Abs. 23 UStAE.

ABSCHN. 1.1 ABS. 23 SÄTZE 1 UND 2 USTAE

„1Weist der Empfänger von Zuwendungen aus einem Sponsoringvertrag auf Plakaten, in Veranstaltungs-hinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf seiner Internetseite oder in anderer Weise auf die Unterstützung durch den Sponsor lediglich hin, erbringt er insoweit keine Leistung im Rahmen eines Leistungsaustausches. 2Dieser Hinweis kann unter Verwendung des Namens, Emblems oder Logos des Sponsors, jedoch ohne besondere Hervorhebung oder Verlinkung zu dessen Internetseiten, erfolgen.“

Beispiel: Der Steuerberater Gut (G) zahlt dem Hundeverein (H) für ein Turnier im Kalenderjahr 2014 einen Zuschuss von 10.000 EUR. Es wird vereinbart, dass in der Festschrift und im Festprogramm auf die finanzielle Unterstützung durch den Sponsor G hingewiesen wird.

Gegenüber dem Versicherungsmakler Clever (C), der ebenfalls 10.000 EUR zahlt, verpflichtet sich der Hundeverein, zusätzlich zum Firmenlogo auch einen allgemein bekannten Werbeslogan abzudrucken. Ferner wird C das Recht eingeräumt seine Sponsoringmaßnahme im Rahmen eigener Werbung zu vermarkten.

Lösung: H erbringt an G keine Leistung. Der Verein wird eine Spendenbescheinigung ausstellen, § 10b EStG.

Anders für C: Durch den zusätzlichen Abdruck des Werbeslogans wird von H an C eine Werbeleistung im Rahmen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs ausgeführt, die dem allgemeinen Steuersatz unterliegt. Insbesondere schon deshalb, weil C das Recht zur Vermarktung seiner Sponsoringmaßnahme eingeräumt wurde. H hat an C mit einer Rechnung i.S.d. § 14 UStG unter Ausweis der Umsatzsteuer mit dem allgemeinen Steuersatz von 19 % abzurechnen.

Mit dem o.g. BMF-Schreiben wird Abschn. 1.1 Abs. 23 des UStAE um die Sätze 3 und 4 ergänzt:

ABSCHN. 1.1 ABS. 23 SÄTZE 3 UND 4 USTAE

„3Dies gilt auch, wenn der Sponsor auf seine Unterstützung in gleicher Art und Weise lediglich hinweist. 4Dagegen ist von einer Leistung des Zuwendungsempfängers an den Sponsor auszugehen, wenn dem Sponsor das ausdrückliche Recht eingeräumt wird, die Sponsoringmaßnahme im Rahmen eigener Werbung zu vermarkten.“

Die Grundsätze aus Abschn. 1.1 Abs. 23 Sätze 3 und 4 UStAE sind in allen ab dem 01.01.2013 verwirklichten Sachverhalten anzuwenden.

ZUSAMMENFASSUNG
  • Je nach Vereinbarung zwischen dem Verein und dem Sponsor kann bei Sponsoring entweder eine Spende oder ein Leistungsaustausch vorliegen.
  • Die Grundsätze aus Abschn. 1.1 Abs. 23 Sätze 3 und 4 UStAE sind in allen ab dem 01.01.2013 verwirklichten Sachverhalten anzuwenden.
Fundstelle: Haas Aktuell /Haas.de

BMF-Schreiben vom 25.07.2014 IV D 2 – S 7100/08/10007, BStBl 2014 I S. 1114

Die Sachbezugswerte 2015 liegen nun endgültig vor. Der Bundesrat hat am 7.11.2014 die 7. Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) beschlossen. Ab 1.1.2015 wird sich demnach nur der Sachbezugswert für Unterkunft und Miete auf 223 EUR erhöhen. Der Monatswert für Verpflegung bleibt 2015 unverändert bei 229 EUR.

Die Sachbezugswerte sind für das Jahr 2015 angepasst worden. Gegenüber dem Jahr 2014 ergab sich ein Anstieg nur bei dem Wert für Unterkunft und Miete. Der Wert für Verpflegung hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

 

Entwicklung der Verbraucherpreise

Die Entwicklung der Verbraucherpreise ist für die Sachbezugswerte für Verpflegung und Unterkunft maßgebend. Für das Jahr 2015 ist der Verbraucherpreisindex im Zeitraum von Juni 2013 bis Juni 2014 relevant. Der Verbraucherpreisindex für Verpflegung hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Verbraucherpreisindex für Unterkunft oder Mieten stieg um 1,1 %.

Sachbezugswert für Verpflegung

Der Monatswert für Verpflegung bleibt ab 1.1.2015 bei 229 EUR. Für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten 2015 sind

  • für ein Frühstück 1,63 EUR und
  • für ein Mittag- oder Abendessen 3,00 EUR

anzusetzen.

Unterkunft und Miete als Sachbezug

Der Wert für Unterkunft oder Mieten steigt ab 1.1.2015 von 221 EUR auf 223 EUR. Damit sind für den Quadratmeter im Jahr 2015 3,92 EUR und bei einfacher Ausstattung 3,20 EUR je Quadratmeter anzusetzen.

Sofern der Tabellenwert nach Lage des Einzelfalls unbillig wäre, kann der Wert der Unterkunft auch mit dem ortsüblichen Mietpreis bewertet werden (§ 2 Abs. 3 der SvEV).

Neue Sachbezugswerte sind ab 1.1.2015 anzusetzen

Die geänderte SvEV tritt am 1.1.2015 in Kraft. Die neuen Sachbezugswerte 2015 können daher bereits ab dem ersten Abrechnungsmonat des Jahres 2015 angewendet werden. Die Sachbezüge sind 2015 in Höhe der neu festgesetzten Werte einheitlich sowohl steuerpflichtig als auch beitragspflichtig in der Sozialversicherung.

 

Quelle: Haufe.de

“Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ab sofort Lohnsteuerermäßigungsanträge für das Jahr 2015 bei den Finanzämtern einreichen. Dann bleibt monatlich mehr Netto vom Brutto”, erklärt Dr. Roland Jüptner, Präsident des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Wird ein Freibetrag eingetragen, zieht der Arbeitgeber weniger Lohnsteuer vom Arbeitslohn ab, sodass ein höheres monatliches Nettoeinkommen verbleibt. Auch wenn für 2014 bereits ein Freibetrag berücksichtigt worden ist und sich die Verhältnisse nicht ändern, ist für 2015 ein neuer Lohnsteuerermäßigungsantrag erforderlich.

Ein Freibetrag kommt insbesondere bei hohen Werbungskosten, z. B. Fahrtkosten, oder Sonderausgaben, z. B. Kinderbetreuungskosten, sowie außergewöhnlichen Belastungen in Betracht. Der Freibetrag wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und dem Arbeitgeber in einem elektronischen Abrufverfahren bereitgestellt und von diesem automatisch berücksichtigt.

Ein vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung kann gestellt werden, wenn höchstens der Freibetrag beantragt wird, der bereits für 2014 ermittelt wurde, und sich die maßgebenden Verhältnisse nicht wesentlich geändert haben.

Die Antragsformulare sind zum Download auf den Internetseiten der Finanzämter oder in den Finanzämtern auf Papier erhältlich. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, wird empfohlen, die Anträge per Post an das zuständige Finanzamt zu schicken.

Weitere Auskünfte erteilt das jeweils zuständige Finanzamt.

Quelle:  BayLfSt, Pressemitteilung v. 22.10.2014

… und was hat das mit Steuern zu tun?

Ok, das sagt Wikipedia:

Heileurythmie ist eine spezielle Therapieform aus der Anthroposophischen Medizin, die aus den Bewegungsformen der Eurythmie entwickelt wurde. Es handelt sich um eine Einzeltherapie, die von anthroposophischen Therapeuten angeleitet wird. Sie wird bei akuten, chronischen oder degenerativen Erkrankungen des Nervensystems, des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechselsystems und des Bewegungsapparates angewendet.

… und das sagt der BFH:

Die Kosten für die Heileurythmie sind Krankheitskosten und können als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden. Als Nachweis für die Zwangsläufigkeit der Aufwendungen reicht eine einfache Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers aus (§ 64 Abs. 1 Nr. 1 EStDV). Als anerkannte Therapierichtung i.S.d. § 2 Abs. 1 Satz 2 SGB V unterscheidet sich die Heileurythmie – wie z.B. auch die Homöopathie – damit von nicht wissenschaftlich anerkannten Heilmethoden (Bade- und Heilkuren, Sauerstoff- oder Eigenbluttherapien, u.ä.), bei denen ein vor Beginn der Heilmaßnahme ausgestelltes amtsärztliches Gutachten oder die Bescheinigung des Medizinischen Dienst der Krankenkassen erforderlich ist.

Es ist verrückt, irgendwie hat alles mit dem Steuerrecht zu tun!

Fundstelle: www.lwhaas.de; BFH vom 26.02.2014 – Az. VI R 27/13

der BFH hat in mehreren Verfahren entschieden, ob und wann im Anstellungsvertrag des Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH vereinbarte, aber nicht ausgezahlte, Vergütungen, wie z.B. Weihnachtsgeld und Tantiemen, als Arbeitslohn zu erfassen sind. Mit Schreiben vom 12.05.2014 stellt die Finanzverwaltung nun klar, wie sie die Entscheidungen des BFH auslegt. Zusammenfassend ergibt sich danach folgende Verwaltungsauffassung:

  • Dem beherrschenden Gesellschafter fließt eine eindeutige und unbestrittene Forderung gegen „seine“ Kapitalgesellschaft bereits mit deren Fälligkeit (sog. Zuflussfiktion) zu. Ob eine Bilanzierung durch die Gesellschaft erfolgt ist, ist für die Zuflussfiktion unerheblich, sofern eine Verbindlichkeit nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung hätte gebildet werden müssen.
  • Verzichtet ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer auf einen Gehaltsanspruch, liegt eine verdeckte Einlage und damit ein Zufluss der Vergütung vor, wenn der Verzicht nach dem zivilrechtlichen Entstehen des Anspruchs erfolgt ist. Auch insoweit ist entscheidend, ob in einer zum Verzichtszeitpunkt fiktiv zu erstellenden Bilanz ein Passivposten nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung hätte erstellt werden müssen.

Das BMF-Schreiben verdeutlicht erneut den „sensiblen Umgang“ der Finanzverwaltung mit Vergütungen an Gesellschafter Geschäftsführer. Um Steuernachzahlungen zu vermeiden, ist daher auch für den Berater höchste Vorsicht geboten.

Fundstelle BMF-Schreiben vom 12.05.2014 – IV C 2 – S 2743/12/10001, BStBl 2014 I S. 860 /www.lwhaas.de

Kabinettsbeschluss vom 13.8.2014 (BR-Drs. 372/14)

Das Bundeskabinett hat am 13.8.2014 dem Entwurf der Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 (LStÄR 2015) zugestimmt. Die Zustimmung des Bundesrates Ende September/Anfang Oktober 2014 gilt als sicher. Auf folgende Punkte wird in der Reihenfolge der Richtlinienabschnitte hingewiesen:

  • Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer anlässlich einer Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung eine Mahlzeit zur Verfügung, so kann diese Sachleistung nicht als Reisekostenvergütung ganz oder teilweise steuerfrei belassen werden (R 3.13 Abs. 1 Satz 1, zweiter Halbsatz LStÄR 2015). Vielmehr kommt es zu einer Kürzung der Verpflegungspauschale oder zu einer Versteuerung der Mahlzeit.
  • Die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Kindergartenzuschüsse des Arbeitgebers sollen künftig bis zur Einschulung des Kindes steuerfrei sein (R 3.33 Abs. 3 Satz 4 LStÄR 2015). Dies führt mit Blick auf die unterschiedlichen Ferienregelungen in den einzelnen Bundesländern zu einer Vereinfachung.
  • Bei der Bewertung von Sachbezügen wird das bei Vorliegen sämtlicher Voraussetzungen bestehende Wahlrecht zwischen der Rabattregelung (nach § 8 Abs. 3 EStG) und der Einzelbewertung (nach § 8 Abs. 2 EStG) in die Richtlinien aufgenommen (R 8.1 LStÄR 2015). Bei der Einzelbewertung von Sachbezügen wird auf das Wahlrecht zwischen –      dem üblichen Endpreis am Abgabeort („96% des Angebotspreises“) und –      dem günstigsten Preis am Markt („Internetpreis“) hingewiesen (R 8.1 Abs. 2 LStÄR 2015). Nähere Erläuterungen siehe Plenker, BC 2013, 225 f., Heft 6.
  • Bei Zukunftssicherungsleistungen (z.B. Versicherungsschutz) kann die derzeitige monatliche 44-€-Freigrenze für Sachbezüge nicht angewendet werden (R 8.1 Abs. 3 Satz 4 LStÄR 2015).
  • Unfallkosten bis 1.000 € (nach Versicherungserstattung) können (Wahlrecht) als Gesamtkosten des Fahrzeugs behandelt werden. Das gilt entsprechend, wenn keine Vollkaskoversicherung abgeschlossen wurde oder die Selbstbeteiligung mehr als 1.000 € beträgt (R 8.1 Abs. 1 Nr. 9 Sätze 12 und 15 LStÄR 2015). Vorteil dieser Vereinfachungsregelung: Private Unfallkosten müssen bei der Bruttolistenpreisregelung nicht gesondert als geldwerter Vorteil erfasst werden.
  • Eine Firmenwagengestellung mit Fahrer führt hinsichtlich der Fahrergestellung zu einem weiteren geldwerten Vorteil, der wahlweise mit dem üblichen Endpreis oder prozentualen Zuschlägen bewertet werden kann (R 8.1 Abs. 10 LStÄR 2015). Die Einzelheiten der beiden Bewertungsalternativen ergeben sich aus dem BMF-Schreiben vom 15.7.2014, IV C 5 – S 2334/13/10003, DOK 2014/0511844.
  • Geschenke an den einzelnen Arbeitnehmer anlässlich von Betriebsveranstaltungen sollen künftig bis 60 € in die Gesamtkosten der Betriebsveranstaltungen einbezogen und bei einem darüber hinausgehenden Wert mit 25% pauschal besteuert werden können (R 19.5 Abs. 6 LStÄR 2015). Ansonsten enthält der Kabinettsbeschluss keine Ausführungen zur Umsetzung der neueren BFH-Rechtsprechung zu Betriebsveranstaltungen (u.a. Erhöhung 110-€-Freigrenze, maßgebende Gesamtkosten ohne äußeren Rahmen, Zurechnung von Angehörigen-Anteilen beim Arbeitnehmer). Hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.
  • Die Freigrenze für nicht als Arbeitslohn zu versteuernde Aufmerksamkeiten (z.B. Genussmittel, Blumen, Bücher, CDs) und Arbeitsessen soll zum 1.1.2015 ebenfalls von 40 € auf 60 € erhöht werden (R 19.6 LStÄR 2015).
  • Hat der Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungsverhältnisse und wechselt er während des Kalendermonats den Hauptarbeitgeber (= erstes Beschäftigungsverhältnis), ist beim jeweiligen Arbeitgeber die am Ende des Lohnzahlungszeitraums (regelmäßig Kalendermonat) geltende Steuerklasse maßgebend (R 39b.5 Abs. 1 Satz 3 LStÄR 2015); es entsteht kein Teillohnzahlungszeitraum. Entsprechendes gilt bei Zahlung eines sonstigen Bezugs (z.B. Abfindung) nach dem Ausscheiden (R 39b.6 Abs. 3 Satz 1 LStÄR 2015).
  • Sog. Erholungsbeihilfen (156 € für den Arbeitnehmer, 104 € für den Ehegatten, 52 € für jedes Kind) können mit 25% pauschal besteuert werden. Es genügt ein zeitlicher Zusammenhang mit dem Urlaub des Arbeitnehmers (R 40.2 Abs. 3 Satz 4 LStÄR 2015), der bei einer Zahlung dieser Beihilfe innerhalb von drei Monaten vor oder nach dem Urlaub gewahrt ist.
  • Die Übertragung einer Rückdeckungsversicherung auf den Arbeitnehmer oder die Umwandlung einer solchen in eine Direktversicherung führt zu einem geldwerten Vorteil. Die Höhe bestimmt sich nach § 153 Versicherungsvertragsgesetz (Überschussbeteiligung zuzüglich Bewertungsreserven; R 40b Abs. 3 Satz 3 LStÄR 2015).
  • Bei einer Änderung des Lohnsteuerabzugs nach Ablauf des Kalenderjahres ist die nachträglich einbehaltene Lohnsteuer in der Lohnsteuer-Anmeldung für den Zeitraum anzugeben und abzuführen, in dem sie einbehalten wurde (R 41c.1 Abs. 6 Satz 5 LStÄR 2015). Anzugeben ist die nachträglich einbehaltene Lohnsteuer allerdings in der Lohnsteuerbescheinigung des abgelaufenen Kalenderjahres.

 

Quelkle: BC 9/2014

Grundlagen für die nachträgliche Bildung eines Investitionsabzugsbetrags

Unternehmer dürfen einen Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1-4 EStG bilden – und zwar unabhängig von der Rechtsform ihres Unternehmens. Sie senken so Ihre Steuerbelastung, ohne Geld ausgeben zu müssen.

Der Investitionsabzugsbetrag beträgt maximal 40 % der voraussichtlichen Investitionskosten. Er kann, solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist, auch für zurückliegende Jahre beansprucht werden, z.B. um Steuernachzahlungen aufgrund einer Betriebsprüfung zu korrigieren.

Für geplante Investitionen können Unternehmer/Freiberufler ihren Gewinn durch einen Investitionsabzugsbetrag vorab mindern, und zwar bis zur Höhe von maximal 40 % der voraussichtlichen Investitionskosten. Dazu ist allein die Absicht ausreichend, innerhalb der nächsten 3 Jahre abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens anschaffen zu wollen. Nach Auffassung der Finanzverwaltung muss eine Investitionsabsicht vorhanden sein, die immer dann zu bejahen ist, wenn der Unternehmer

  • den Investitionsabzug in seiner ursprünglichen Steuererklärung beantragt hat oder
  • den Investitionsabzugsbetrag in der erstmaligen Steuerfestsetzung im Rahmen eines Einspruchs nach einem Schätzungsbescheid geltend macht.

Probleme mit der Finanzverwaltung gibt es also, wenn der Investitionsabzugsbetragnicht in der ursprünglichen Steuererklärung beantragt wurde. Die Finanzverwaltung geht dann davon aus, dass keine Investitionsabsicht vorhanden ist. Das hat dann zur Folge, dass ein Investitionsabzugsbetrag nicht nachgeholt werden kann.

Der BFH vertritt hier eine andere Auffassung (BFH, Urteil v. 17.1.2012, VIII R 48/10).

Die Richter unterscheiden zwischen

  • Investitionsabsicht und
  • der Absicht, einen Investitionsabzugsbetrag zu bilden.

Nach diesem BFH-Urteil hat der Unternehmer gem. § 7g EStG ein Wahlrecht, ob er einen Investitionsabzugsbetrag bilden will oder nicht. Dieses Wahlrecht kann er unbefristet und bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids ausüben.

Welche Gründe zählen, damit eine künftige geplante Anschaffung anerkannt wird

Bei der Beurteilung, ob es sich um eine “künftige” (geplante) Anschaffung handelt, ist immer auf den Zeitpunkt am Ende des Gewinnermittlungszeitraums abzustellen, für den der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wird.

  • Es reicht aus, wenn die geplante Investition noch durchführbar und objektiv möglich ist.
  • Der Unternehmer kann einen Investitionsabzugsbetrag auch dann noch bilden, wenn er das Wirtschaftsgut bereits angeschafft hat, bevor er dafür in seiner Steuererklärung einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht hat. Es ist nicht erforderlich, dass der Unternehmer im Zeitpunkt der Anschaffung die Absicht hatte, einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch zu nehmen.

Konsequenz:

Unternehmer können einen Investitionsabzugsbetrag für ein zurückliegendes Jahr auch dann noch geltend machen, wenn sie das begünstigte Wirtschaftsgut in einem nachfolgenden Jahr bereits angeschafft haben. Somit besteht auch die Möglichkeit, mithilfe eines Investitionsabzugsbetrags die Steuernachzahlungen im Rahmen einer Betriebsprüfung zu reduzieren oder evtl. ganz zu vermeiden.

Das Niedersächsische Finanzgericht hat bejaht, dass der Investitionsabzugsbetrag für bereits getätigte Investitionen nachträglich gebildet werden kann Niedersächsisches (FG, Urteil v. 18.12.2013, 4 K 159/13). Das Finanzamt hat gegen dieses Urteil Revision eingelegt, sodass die endgültige Entscheidung nunmehr beim BFH liegt (Az. beim BFH: IV R 9/14).

Quelle: www.haufe.de / Wilhelm Krudewig, Steuerberater, Meckenheim

Für die meisten Unternehmer ist die Übergabe des eigenen Unternehmens nicht nur eine gewaltige organisatorische Aufgabe, sondern auch ein emotionaler Einschnitt. Wenn Sie sich mit der Frage befassen, wie Sie die Nachfolge oder Übergabe Ihres Betriebs organisieren, müssen Sie eine Vielzahl von Dingen bedenken, mit denen Sie sich bislang eher nicht beschäftigt haben. Sie sollten deshalb eine längere Bearbeitungszeit einplanen, als Faustregel gilt: Für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe, die alle Aspekte einbezieht und das operative Geschäft nicht beeinträchtigt, sollten Sie fünf Jahre einplanen. Der Beitrag zeigt, wie Sie vorgehen sollten und worauf Sie achten müssen.

 

Schritt 1: Klarheit verschaffen und Zeithorizont bestimmen

Bevor Sie das Thema angehen, sollten Sie sich überlegen, welche Vorbereitungen Sie für eine systematische und geregelte Übergabe treffen müssen. Folgende Punkte sind dabei wichtig:

  • Überlegen Sie sich, wann Sie die Nachfolge oder Übergabe umsetzen wollen. Gehen Sie vom Jahresende aus, z. B. Ende 2020. Von da an rechnen Sie mindestens 5 Jahre zurück und beginnen mit den ersten Arbeiten, in diesem Fall also Anfang 2014.
  • Erstellen Sie sich einen groben Zeitplan mit Meilensteinen, den Sie mit der Zeit vervollständigen.
  • Treffen Sie die grundsätzliche Entscheidung, ob Sie einen internen (Familienmitglieder, Mitarbeiter) oder externen Nachfolger suchen wollen früh genug. Überlegen Sie auch, wann Sie die Entscheidung mit welchen Betroffenen (Familie, Mitarbeiter, Geschäftspartner) besprechen wollen. Sie sollten nicht zu lange warten, aber schon in der Lage sein, einen groben „Fahrplan“ zu präsentieren und grundlegende Fragen zu beantworten, z. B. wann Sie ausscheiden oder wie es weitergehen soll.
  • Klären Sie, ob und in welchem Umfang Familienmitglieder Ansprüche erheben können, z. B. Auszahlung von Pflichtanteilen. Denken Sie daran, dass unter Umständen erhebliche Emotionen im Spiel sein können. Überlegen Sie auch, ob Sie einen externen Moderator hinzuziehen wollen.
  • Entscheiden Sie sich, ob Sie die Firma verkaufen, verpachten oder vererben wollen.
  • Überlegen Sie sich, was Sie selbst nach dem Ausscheiden aus der Firma tun wollen, um nicht in ein Loch zu fallen.
  • Prüfen Sie, wer Sie in steuerlichen und rechtlichen Dingen beraten und unterstützen kann. Vor allem auf diesen beiden Gebieten gibt es – abhängig von Größe und Tätigkeitsfeld Ihres Unternehmens, aber auch von Ihren individuellen Absichten – zahlreiche Aspekte, die beachtet werden müssen und die hier nicht besprochen werden können.

Schritt 2: Eigentliche Arbeitsinhalte und -schritte festhalten

Halten Sie fest, welche Arbeiten Sie zu welchem Zeitpunkt mindestens durchführen müssen. Dazu können gehören:

  • Firma auf Stärken und Schwächen überprüfen (Due-Dilligence), um Verkaufsargumente zu finden und Schwachstellen noch beseitigen zu können.
  • Kostenrahmen überschlagen, z. B. für Gutachten, Bewertungen, Moderationen, Beratung, Notar, Unternehmenswertermittlung. Selbst bei kleinen Unternehmen kommen hier schnell 20.000 EUR und mehr zusammen.
  • Steuerberater und/oder Anwalt einbeziehen (spätestens zu Beginn der Umsetzung!)
  • Prüfen Sie, welche Dokumente (Verträge, Vollmachten, Berechtigungen etc.) geändert oder angepasst werden müssen.
  • Ermitteln Sie den Unternehmenswert.
  • Kriterien für Nachfolgerauswahl bestimmen, z. B. berufliche und persönliche Fähigkeiten, Führungserfahrung, Zeugnisse, Referenzen, Sympathie.
  • Nachfolger suchen und auswählen.
  • Bei Familienmitgliedern: Welche potenziellen Streitpunkte gibt es? Wie lassen sich diese lösen? Wer muss eventuell ausgezahlt werden? Woher kommen die notwendigen Mittel?
  • Konzept zur Einarbeitung des Nachfolgers entwickeln, z. B. parallele Einarbeitung (Handlungsrahmen klären), Übergabe zum Stichtag, Übergabe mit anschließendem Beratervertrag für Sie etc.
  • Ausscheiden aus dem Betrieb vorbereiten
  • Unternehmen verkaufen/vererben
  • Aktivitäten als Meilensteine in den Zeitplan aufnehmen
  • Wer kann vor allem in der Startphase kostengünstig unterstützen (z. B. IHK)?

Schritt 3: Umsetzungsphase gestalten

Sind alle Fragen geklärt, beginnen Sie mit der Umsetzung. Dabei können folgende Punkte wichtig sein:

  • Führen Sie eine Bestandsaufnahme der Stärken und Schwächen der Firma durch, z. B. eine Due-Dilligence-Prüfung. Dabei werden u. a. Finanzen, Mitarbeiter, Führung, Märkte, Produkte, Wettbewerb, Innovationen, wirtschaftliche Lage oder Prozesse geprüft. Dies können Sie z.B. mit Ihren Mitarbeitern vornehmen. Stellen Sie zu jedem Teilgebiet Fragen zur Qualität, z. B. bei Finanzen zum Jahresabschluss, zur Planung oder zum Investitionsbedarf. Die Prüfung kann mehrere Monate dauern. Erstellen Sie ein Dokument mit den wichtigsten Ergebnissen. Entwickeln Sie Maßnahmen, um erkannte Schwächen vor den Verhandlungen oder der Übergabe zu beseitigen.
  • Bestimmen Sie den Unternehmenswert. Es gibt verschiedene Verfahren, etwa Discounted-Cashflow-, Substanzwert- oder Ertragswert-Methode. Letztere ist in der Praxis weit verbreitet. Mit der Ertragswert-Methode ermitteln Sie den Unternehmenswert, indem Sie die Betriebsergebnisse für die kommenden 5-10 Jahre planen. Diese Werte zinsen Sie einem grundsätzlich frei zu wählenden Kalkulationszinsfuß ab, und Sie erhalten einen Richtwert als Basis für Ihre Verkaufspreisverhandlungen.
  • Beginnen Sie parallel zu diesen Arbeiten mit der Nachfolgersuche. Externe Kandidaten finden Sie auch über öffentliche Stellen. Zur Kandidatenauswahl sollten Sie ein Anforderungsprofil erstellen, das der potenzielle Inhaber möglichst gut ausfüllen sollte.
  • Führen Sie mit jedem Kandidaten mindestens jeweils 3 Gespräche, um ihn und seine Vorstellungen genau kennenzulernen. Die wichtigsten Fragen dabei sind: Passt er zu Ihrer Firma? Hat er das Zeug dazu, die Firma weiter zu entwickeln? Wird er sich mit Beschäftigten und Geschäftspartnern verstehen? Können Sie sich über den Kaufpreis einigen? Auch die Auswahl des Nachfolgers kann einige Monate dauern.
  • Steht der Nachfolger fest, müssen Sie gemeinsam entscheiden, wie Sie die Einführung gestalten und Mitarbeiter und Geschäftspartner informieren möchten.
  • Wichtig: Geben Sie zusammen ein Bekenntnis zum Bestehen der Firma ab, um die Mitarbeiter zu beruhigen und gegenüber den Geschäftspartnern ein klares Signal zu senden.
  • Entwickeln Sie gemeinsam ein detailliertes Konzept, wie die Unternehmensübergabe gestaltet wird: Wer soll bis/ab wann welche Aufgaben übernehmen? Wie werden Unterschriftenbefugnis und Vollmachten geregelt? Wie können Sie den Nachfolger in der ersten Phase unterstützen, ohne sich operativ zu sehr einzumischen? Bis wann wollen Sie sich endgültig aus der Firma zurückziehen? Wie wollen Sie bei Differenzen eine Lösung finden, z. B. durch einen Moderator?

Quelle:  Lexware.de  Autor: Jörgen Erichsen

Grundlegendes: 

Mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 wurde die vorherige Ansparabschreibung (oder -rücklage) durch den Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG) ersetzt.

Der Investitionsabzugsbetrag bietet kleinen und mittleren Betrieben die Möglichkeit, für die Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts (in den dem Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden 3 Jahren) eine Gewinnminderung um bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bilden (insgesamt max. 200.000 EUR je Betrieb im Jahr des Abzugs und den 3 Vorjahren). Der vorzeitige Betriebsausgabenabzug bringt über die Steuerstundung einen Liquiditätsvorteil und soll hierdurch die Finanzierung von Investitionen erleichtern und die Wettbewerbssituation im Mittelstand verbessern.

Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG kann von Unternehmern, Freiberuflern sowie Land & Forstwirten genutzt werden – egal ob Bilanzierer oder Einnahme-Überschuss-Rechner-, nicht hingegen von Land- und Forstwirten mit Durchschnittssätzen gem. § 13a EStG und von Handelsschiffen bei Tonnagebesteuerung gem. § 5a EStG.

Den Abzugsbetrag können Steuerpflichtige aller Rechtsformen (z.B. Einzelunternehmer, Personen- und Kapitalgesellschaften, Betriebs- und Besitzunternehmen einer Betriebsaufspaltung, Organträger und -gesellschaft bei einer Organschaft) in Anspruch nehmen.

Die Geltendmachung des Abzugsbetrages setzt die Absicht voraus, das Anlagegut voraussichtlich in den (dem Jahr des Abzugs folgenden) 3 Jahren anzuschaffen oder herzustellen. Ausreichend für die Bildung des Abzugsbetrags ist bereits, das geplante Investitionsgut seiner Funktion nach zu benennen.

Ohne Investition muss der Abzugsbetrag (rückwirkend) im Jahr der Bildung aufgelöst werden. Es gibt damit (anders als bei der früheren Ansparrücklage) keine Möglichkeit, Progressionsschwankungen in den einzelnen Veranlagungszeiträumen auszunutzen.

Die Bildung des Abzugsbetrags gelingt nur für Wirtschaftsgüter, die anschließend zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden. Ohne Fahrtenbuch scheidet damit ein Abzugsbetrag für einen Firmen-Pkw mit Listenpreis-Regelung im Regelfall aus.

Die Veranlagung oder Gewinnfeststellung des Jahres, in dem der Investitionsabzugsbetrag gewinnmindernd gebildet wurde, ist entsprechend gewinnerhöhend zu berichtigen, unter Berücksichtigung der allgemeinen Verzinsungsregeln, wenn der ursprüngliche Bescheid mehr als 15 Monate nach Ablauf des VZ geändert wird.

Praxis-Tipp: Es empfiehlt sich die Lektüre des umfangreichen BMF-Anwendungserlasses vom 8.5.2009 (IV C 6 – S 2139-b/07/10002, BStBl 2009 I S. 633).

Darüber hinaus besteht weiterhin die Möglichkeit einer Sonderabschreibung für die tatsächlich durchgeführte Investition i. H. v. 20 % innerhalb der ersten 5 Jahre. Die Sonder-AfA kann neben der linearen AfA angesetzt werden. Da die degressive AfA 2011 ausgelaufen war, gelingt sie nur noch bei Erwerben bis zum 31.12.2010. Beim Erwerb im Dezember lässt sich die die Sonder-AfA von 20 % in voller Höhe und nicht nur zeitanteilig in Anspruch nehmen. Alternativ kann die Sonderabschreibung progressionsschonend auch verteilt im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden 4 Jahren in Anspruch genommen werden – z. B. nur für einzelne Jahre oder nur in Teilbeträgen.

Praxis-Tipp: Die 20%ige Sonderabschreibung lohnt nicht generell, denn über die Haltedauer der Wirtschaftsgüter und spätestens bei Verkauf oder Entnahme gleicht sich die Gewinnauswirkung wieder aus. Wer für 2012 einen geringen Gewinn oder sogar einen Verlust erwartet, sollte nur die lineare AfA nutzen. Das verschiebt Abschreibungspotenzial in die Zukunft mit einer möglicherweise höheren Progression.

Quelle:  www.Haufe.de – Dipl.-Fw. (FH) Robert Kracht, Bonn

Auf Reisen lassen sich Steuern sparen. Wenn Sie geschäftlich unterwegs sind, können Sie die Kosten für Übernachtung, Fahrten, Verpflegung und anderes als Betriebsausgaben ansetzen. Wie Sie die Informationen zur Reise und die Belege korrekt erfassen und ablegen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Erfassen Sie alle wichtigen Daten zur Reise

 

Eine vollständige Reisekostenabrechnung muss folgende Informationen beinhalten:

  • Ihren Namen bzw. den Namen des Reisenden
  • Zeitraum der Reise
  • Dauer
  • Reiseziel
  • Zweck der Reise
  • ggf. mit dem Auto gefahrene Kilometer
  • Pauschalen für die Verpflegung (Verpflegungsmehraufwendungen)
  • ggf. Rechnungsbetrag, aus dem die Vorsteuer abgezogen werden kann

 

► Tipp: Ihre Geschäftsreisen müssen Sie zeitnah (monatlich) dokumentieren. Um wirklich alle wichtigen Daten zu erfassen, nutzen Sie am besten ein Reisekostenformular. Es lässt sich schnell und unkompliziert ausfüllen. Außerdem bietet es einen Überblick und die Auswertung mehrerer Reisen, wenn Sie stets das gleiche Formular verwenden.

 

Sammeln Sie alle Nachweise über die Reise

Sie sollten alle Unterlagen sammeln, die mit der Reise zu tun haben – auch wenn Sie diese nicht für den Vorsteuerabzug benötigen. Als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer können Sie natürlich trotz Betriebsausgabenabzug die Vorsteuer aus Ihren Reiserechnungen geltend machen.

Bei Auslandsreisen ist die Dokumentation besonders wichtig, da das Finanzamt die betriebliche Veranlassung von Auslandsreisen genau nachprüft.

Folgende Unterlagen dokumentieren Ihre Reise:

  • Tankquittungen
  • Fahrscheine für Zug, Flugzeug, U-Bahn, Bus etc.
  • Taxiquittungen
  • Telefonkostenabrechnungen
  • Rechnung über die Übernachtungskosten
  • Rechnung über Service-Pauschalen und Reisenebenkosten wie Parkgebühren, Bügel- und Waschdienste oder Gepäcktransport
  • Rechnung über pauschale Verpflegungskosten wie Frühstück, Mittag- oder Abendessen
  • Bewirtungsbelege von Restaurants
  • Eintrittskarten
  • Eigenbelege über Trinkgelder
  • Unterlagen und Namensschilder von Seminaren
  • Seminarbescheinigungen
  • E-Mail-Ausdrucke über Terminabsprachen
  • Verträge

 

► Tipp: Legen Sie sich einen separaten Ordner für Reisekosten an, um diese Daten und Nachweise systematisch abzulegen. Kassenbons und ähnliche Belege sollten Sie zudem kopieren, da sie häufig schnell verblassen.

 

Unterschiedliche Umsatzsteuersätze beachten

Bei Übernachtungskosten gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 %. Das Hotelfrühstück und andere Verköstigungen und Dienstleistungen im Hotel werden allerdings mit 19 % besteuert.

Das kann bei der Rechnung auf zwei Wegen gelöst werden:

  1. Sie erhalten vom Hotel zwei separate Rechnungen: eine für die Übernachtung und eine für Services wie Frühstück und andere Dienstleistungen.
  2. Die unterschiedlich besteuerten Positionen sind innerhalb einer Rechnung nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen aufgeschlüsselt. Der Steuersatz und der Steuerbetrag müssen genau angegeben sein. Der Steuerbetrag kann auch in einer Summe ausgewiesen werden.

 

Tipp:  Achten Sie unbedingt auf die richtige Rechnungsstellung durch das Hotel. Andernfalls dürfen Sie als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer keine Vorsteuer abziehen.

Verpflegungskosten aus Service-Pauschalen herausrechnen

Mehrere nicht begünstigte Pauschalangebote dürfen in einer Summe als Sammelposten (sogenannte Service-Pauschalen oder Business-Packages) zusammengefasst werden. Das gilt zum Beispiel für:

  • Frühstück
  • Gepäcktransport
  • Reinigung und Bügeln von Kleidung
  • Schuhputzservice
  • Überlassung von Fitnessgeräten
  • Parkgebühren
  • Kommunikationskosten
  • Transport zwischen Bahnhof und Flughafen

 

Achtung: Aus der Service-Pauschale müssen Sie enthaltene Verpflegungskosten in tatsächlicher Höhe herausrechnen. Ist dies nicht möglich, muss der Gesamtbetrag um 4,80 EUR gekürzt werden (20 % von 24 EUR, der höchsten Verpflegungspauschale).

 Tipp: Vermeiden Sie Kosten für private Leistungen wie Privattelefonate, Massagen oder Kosten für Minibar und Bezahlfernsehen. Gegebenenfalls sollten Sie diese Leistungen privat vor Ort bezahlen und von der Rechnung über die Service-Pauschale herunternehmen lassen. Andernfalls riskieren Sie Ihren vollen Betriebsausgabenabzug. Sind nämlich solche Leistungen offensichtlich enthalten und können diese Positionen nicht herausgerechnet werden (weil ihre tatsächliche Höhe unbekannt ist), dürfen Sie die gesamte Summe der Service-Pauschale nicht als Betriebsausgabe ansetzen.

 

Gleiche Regeln für alle

Für die Reisekosten von selbstständigen Unternehmern und von Arbeitnehmern gelten dieselben Regeln.

 

Verlorener Beleg

Die ordnungsgemäße Buchführung folgt zwar dem Grundsatz: „Keine Buchung ohne Beleg“, doch kann im Einzelfall darauf verzichtet werden. Der Betriebsausgabenabzug geht nicht verloren, wenn Sie einen sogenannten Eigenbeleg erstellen. Das Finanzamt erkennt solche Belege an, wenn die Ausgaben betrieblich oder beruflich notwendig waren und auch der Höhe nach glaubhaft sind. Ein Eigenbeleg, der auch handschriftlich erstellt werden darf, muss dieselben Angaben wie ein Fremdbeleg enthalten:

  • Zahlungsempfänger mit vollständiger Anschrift
  • Art der Aufwendung (z. B. Trinkgeld, Fahrtkosten, Farbpatrone mit Typ)
  • Datum der Aufwendung
  • Kosten (Gesamtpreis, ggf. Einzelpreis sowie Umsatzsteuersatz)
  • Beleg für die Höhe des Preises (soweit möglich, etwa durch eine Preisliste)
  • Grund für den Eigenbeleg (Verlust, Diebstahl oder „nicht quittiertes Trinkgeld“, „Benutzung eines Automaten, der keinen Beleg erstellt“)
  • Datum und eigene Unterschrift

 

Der Vorsteuerabzug ist bei Eigenbelegen nicht möglich!

 

Quelle: www.lexware.de   Autor Cecilia Hardenberg

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